Naturheilpraxis

Eric Schnecko

Laktose-Intoleranz 

© by Naturheilpraxis Eric Schnecko, Paul-Laufenberg Str. 9, 55276 Oppenheim

Laktose, oder auch Milchzucker, ist ein Zweifachzucker (sog. Disaccharid), das heißt Laktose besteht aus zwei Einfachzuckern nämlich Galaktose und Glucose.  

Das Problem mit Mehrfachzuckern ist, dass diese nicht über die Darmschleimhaut aufgenommen werden können. Zweifachzucker müssen in die kleineren Einfachzucker umgebaut werden. Das Werkzeug für diesen Prozeß ist das Enzym Laktase.

Ein Enzym ist ein sogenannter Biokatalysatoren, meist ein Proteine, welches biochemische Reaktionen in Gang setzt. Ohne die Anwesenheit des Enzyms Laktase kann also die Laktose nicht in Glucose und Galactose gespalten werden.  

Die optimalen Arbeitsbedingungen für Laktase liegen bei einem pH-Wert von sechs d.h. bei neutralem oder basischem pH-Wert im Darm, wie er z.B. bei Dysbiosen vorkommen kann, ist die Laktase Aktivität vermindert.  

Liegt ein Mangel an Laktase vor und kann in Folge dessen die Laktose nicht in Einfachzucker gespalten und damit auch aufgenommen werden, spricht man im allgemeinen von einer Laktose Intoleranz.  

Wieso ist es aber eigentlich ein Problem, wenn die Laktose im Darm verbleibt und nicht resorbiert werden kann? Erreicht die Laktose die unteren Darmabschnitte wird sie mehr und mehr von den dort ansässigen Darmbakterien verstoffwechselt. Es entstehen Gase wie Wasserstoff und Kohlendioxyd, welche zu Blähungen und Meteorismus führen. Es kommt zu Krämpfen und Bauchschmerzen. Zusätzlich kann Laktase Wasser im Darm anziehen und somit den Darminhalt verflüssigen. In Folge dessen kann es zu Durchfällen kommen.  

Grundsätzlich unterscheidet man die primäre und die sekundäre Form der Laktoseintoleranz:

Die primäre Laktoseintoleranz ist Folge eines genetisch bedingten Laktasemangels (auch als Endemische Laktoseintoleranz bezeichnet). Etwa 70% der Weltbevölkerung sind hiervon betroffen. Die Laktosetoleranz sinkt von Nord nach Süd und Westen nach Osten. Die Entwicklung einer Laktoseintoleranz nach dem Abstillen ist also eigentlich der „genetische Normalzustand“. Es ist von der Natur her nicht vorgesehen im Erwachsenenalter weiterhin Milch zu konsumieren. 

Eine Laktasepersistenz das heisst also ein Weiterbestehen der Laktasebildung bzw. Aktivität im Erwachsenenalter hat sich besonders bei Mitteleuropäern im Laufe von Jahrhunderten durch Veränderung des Genoms entwickelt und dann weitervererbt. Diese Tatsache ist eine Folge der Sesshaftigkeit des Menschen durch Ackerbaus und Viehzucht. Milch weiterhin als Nahrungsquelle nutzen zu können erwies sich hier als selektiver Vorteil im Sinne der Evolution. 

Eine besonders schwere Form der angeborenen, primären Laktoseintoleranz wird als „Alaktasie“ bezeichnet und beschreibt ein schweres Krankheitsbild durch ein komplettes Fehlen der Laktaseaktivität nach der Geburt.  

Die sekundären Laktoseintoleranzen sind Folgen einer bereits bestehenden Grunderkrankung wie z.B. einer Darmschleimhautentzündung (Crohn, Colitis), Zöliakie oder infektiösen Darmerkrankungen. Hier spielt meist eine Schädigung der Oberfläche des Dünndarmepithels durch Entzündungen eine Rolle, da sich in dieser obersten Schicht der Darmwand die laktasebildenden Zellen befinden. Ist die Grunderkrankung therapiert wird Laktose meist wieder vertragen.  

Welche Lebensmittel enthalten Laktose? Grundsätzlich gilt: Je länger Bakterien im Rahmen eines Fermentationsprozeßes Laktose verstoffwechseln, desto weniger Laktose ist noch im Lebensmittel vorhanden. Lebensmittel mit einem Laktosegehalt unter 1% werden als Laktosearm bezeichnet. Hierzu gehören z.B. Butter, Hartkäse, Camenbert & Fetakäse. Einen mittlerer Laktosegehalt liegt im Bereich von 1-4,5g. Hierzu zählen z.B. Joghurts, Quark, Nuss Nougatcreme, Buttermilch und Kaffeesahne. Viel Laktose, über 4,5g pro 100g, finden sich in Vollmilch, Molke, Eiscreme, Kondensmilch und am meisten in Milchpulvern (bis zu 70g/100g).  

Nachweisen kann man die Laktoseintoleranz durch einen Provokationstest, oder durch einen Atemgastest im Labor. Bei diesem wird der Wasserstoff als Stoffwechselendprodukt bei der bakteriellen Zersetzung der Laktose in der Atemluft bestimmt.

Differenzialdiagnostisch zur Symtomatik kommen aber auch z.B. Reizdarm, Kuhmilchproteinallergie/unverträglichkeit, Fructosemalabsorption, Histaminose, CEDs und Zöliaki bzw. Glutensensitive Enteropathie in Betracht und sollten vom Fachmann ausgeschlossen werden.

Die Therapie besteht aus einer lactosefreien- bzw. lactosearmen Diät, oder der Behandlung der Grunderkrankung bei sekundärer Laktoseintoleranz. Ist es einmal z.B. auf Reisen, oder Geschäftsterminen nicht möglich auf laktosefreie Nahrungsmittel zurückzugreifen, kann vor dem Essen auch ein laktasehaltiges Präparat eingenommen werden.



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